Iceland Tag 1-4

Tag 1–4 · Richtung Dänemark & Überfahrt nach Island

Früh am Morgen starteten wir in Bad Homburg Richtung Norden. Unser Ziel für den ersten Tag war klar: so weit wie möglich nach Dänemark zu kommen, damit die Weiterfahrt zur Fähre am nächsten Tag nur noch wenige Kilometer beträgt. Denn wer die Fähre verpasst, kann im Grunde direkt wieder nach Hause fahren – sie wartet nicht.

Das Wetter zeigte sich wenig einladend und unterwegs bremste uns zusätzlich eine Vollsperrung von rund zwei Stunden aus. Das fing ja gut an.
Trotz allem schafften wir an diesem Tag 866 Kilometer und entschieden uns für einen Campingplatz in Mariager, nahe der Autobahn. Der Mariager Camping entpuppte sich als angenehme Überraschung: ruhig gelegen und mit einem besonderen Detail – direkt am Platz befindet sich ein alter Bahnhof mit liebevoll restaurierten Waggons.

Am nächsten Morgen ging es weiter Richtung Hirtshals. Die Fähre erreichten wir schließlich pünktlich und ohne weitere Zwischenfälle – etwa anderthalb Stunden vor Abfahrt. Ein gutes Gefühl.

Die Überfahrt mit der Norröna der Smyril Line dauert insgesamt fast drei Tage und führt von
Hirtshals (DK) → Tórshavn (Färöer) → Seyðisfjörður (Island). Schon kurz nach dem Ablegen wurde klar: Diese Reise ist mehr als nur ein Transportmittel – sie ist Teil des Abenteuers.

Etwa drei Stunden nach der Abfahrt aus Hirtshals kam es jedoch zu einem ernsten Zwischenfall an Bord. Aufgrund eines medizinischen Notfalls musste die Fähre ihre Route verlassen und Kurs auf Norwegen nehmen – der nächstgelegene Ort, an dem schnelle Hilfe möglich war.
Da ein Anlegen der großen Fähre nicht möglich war, wurde ein Rettungshubschrauber angefordert: ein Norwegian Leonardo AW101 SAR.

Zwar verfügt die Norröna über einen Hubschrauberlandeplatz, doch der AW101 ist zu groß für eine Landung an Bord. Zunächst wurde der Notarzt per Winde abgesetzt, um den Zustand der verletzten Person einzuschätzen. Schließlich wurde die verletzte Person gemeinsam mit dem Notarzt per Seilwinde in den Hubschrauber aufgenommen.

Ein anspruchsvolles Manöver: Die Fähre kann nicht anhalten, sondern nur ihre Geschwindigkeit reduzieren, während der Hubschrauber versucht, sich exakt anzupassen. Glücklicherweise herrschten nur geringe Windverhältnisse, was die Bergung begünstigte. Die Crew meisterte die Situation hochprofessionell – ein beeindruckendes und zugleich bewegendes Erlebnis.


Die Norröna – unterwegs zwischen Kontinenten

Die Norröna ist das Herzstück der Smyril Line und verbindet seit Jahrzehnten Dänemark, die Färöer-Inseln und Island.

Ein paar technische Daten:

  • Länge: ca. 165 Meter

  • Breite: ca. 31 Meter

  • Geschwindigkeit: rund 21 Knoten

  • Kapazität: ca. 1.300 Passagiere

  • Fahrzeuge: mehrere hundert PKW, Wohnmobile und LKW

  • Baujahr: 2003 (regelmäßig modernisiert)

An Bord fühlt man sich schnell wohl. Die Norröna bietet:

  • großzügige Aufenthaltsbereiche

  • Restaurants und Cafés

  • eine Bar mit Panoramablick

  • Sauna und Whirlpool

  • ein Kino sowie kleine Shops

Gerade auf einer so langen Überfahrt wird das Schiff selbst zu einem kleinen Kosmos – ein Ort zum Ankommen, Beobachten, Entspannen und Einstimmen auf das, was vor uns liegt.